Kategorie: Film

  • Europas Lithiumhunger, wer zahlt den Preis?

    Europas Lithiumhunger, wer zahlt den Preis?

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    Im serbischen Jadar-Tal befindet sich eines der größten Lithiumvorkommen Europas. Seit Jahren will der Konzern Rio Tinto das wertvolle Metall abbauen. Bauer Zlatko Kokanović und seine Mitstreitenden kämpfen gegen die Pläne. Andere sehen Chancen für die Region. Während Präsident Vučić und die EU das Projekt vorantreiben, wächst der Druck im Tal.

    Zwischen den Kühen im dämmrigen Stall sitzt Zlatko Kokanović auf einem Schemel und hält sein Handy ans Ohr. Die Tiere schnauben, die Melkmaschine brummt – und der serbische Bauer macht Politik. Zlatkos Hof mit 20 Kühen und einem Dutzend Kälbern liegt im Westen Serbiens, im Jadar-Tal – hier befindet sich eines der größten Lithiumvorkommen Europas. Seit Jahren will das Bergbauunternehmen Rio Tinto das wertvolle Metall abbauen. Aber der Bauer Zlatko und seine Mitstreitenden haben es bis heute geschafft, den Abbau zu verhindern. Sie wollen ihr Land nicht verlassen, kämpfen gegen Umweltverschmutzung und unkalkulierbare Folgen für die Region. Unterstützung bekommen sie von Wissenschaftlern und Umweltaktivisten aus dem ganzen Land.

    Nur ein paar Felder weiter schaut Petar Filipović nach den Blumen in seinem Gewächshaus. Der Gärtner glaubt an Fortschritt – und daran, dass die Mine seinem Dorf eine Zukunft geben könnte. Er fordert einen Dialog über Entschädigungen und Investitionen in Infrastruktur, Schulen und Krankenhäuser. Doch wer Chancen sieht, gilt im Dorf schnell als Verräter. Petar erlebt, wie sich Freunde und Familie abwenden, wie Menschen auf Festen lieber den Platz wechseln, als neben ihm zu sitzen.

    Der Konflikt reicht weit über das Tal hinaus. Lithium gilt als Schlüsselrohstoff der Energiewende. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hält trotz landesweiter Proteste an den Abbauplänen fest. Und die EU unterstützt das Vorhaben im Jadar-Tal, um unabhängiger von China zu werden. Für die Menschen vor Ort bedeutet das zusätzlichen Druck, aber Bauer Zlatko denkt nicht ans Aufgeben.

  • Das gefährlichste Pferderennen des Kontinents

    Das gefährlichste Pferderennen des Kontinents

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    Rennpferd Sacamiro steht in seiner Box, die Hinterbeine zittern. „Er bereitet sich vor und weiß schon genau, was auf ihn zukommt“, erklärt Eva Petřiková kurz vor einem Rennen. Ihr Schützling ist in Tschechien ein Star: 2023 gewann Sacamiro die legendäre Velká pardubická – das wichtigste Pferderennen des Landes, nationales Kulturgut seit 1874.

    An jedem zweiten Oktober-Sonntag wird Tschechien zur Pferderennsport-Nation. Das Land feiert dann die Velká pardubická, das wichtigste Pferderennen Tschechiens mit rund 150-jähriger Tradition. Doch die Velká pardubická gilt auch als eines der gefährlichsten Hindernisrennen weltweit. Mehr als 60 Pferde haben sich im Laufe der Geschichte tödlich verletzt oder mussten eingeschläfert werden – zuletzt 2023, dem Jahr, in dem Sacamiro zum Velká-pardubická-Star wurde.

    Das zierliche Vollblut aus tschechischer Zucht wird seit nunmehr neun Jahren von Eva Petřiková und ihrem Mann Radim trainiert. Dass sie einen großen Champion in ihrem kleinen Reitverein hegen und pflegen, war auch für sie eine Überraschung, denn der Wallach schien ihnen zu klein für die großen Hindernisse in Pardubice zu sein. Doch gleich bei seinem ersten Start 2022 wurde er Dritter, ein Jahr später war er der Star.

    Nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause soll Sacamiro nun erneut bei der Velká pardubická starten. Die Erwartungen sind hoch. Doch inzwischen ist Sacamiro zwölf Jahre alt – schon ein hohes Alter im Pferderennsport. Zudem macht ein neuer Konkurrent aus dem Familien-Stall von Pavel Odložil von sich Reden: Sein zwei Meter großer Wallach Cuwall ist erst acht Jahre alt und bei einem der Qualifikationsrennen vor Sacamiro ins Ziel gelaufen.

    Die Pferdehalter geben alles, um ihre Tiere bestmöglich auf die Velká pardubická vorzubereiten. Doch wie passt das zusammen: Die Liebe zum Pferd und die Leidenschaft für einen Sport voller Risiken für das Tier?

    Ein Film von Katrin Molnár. Produziert von LOOKS Media für MDR/Arte.
    2026. Arte Re. 31 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (LOOKS): Susanne Ladopoulus. Redaktion (MDR): Ulrike Biehounek, Bettina Rudolph.

  • Bosniens Bauern und der Kohle-Clan

    Bosniens Bauern und der Kohle-Clan

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    Kohle bringt Geld – und zerstört Existenzen. In Bosnien-Herzegowina sichert sich der Konzern Lager lukrative Abbaurechte und erzielt Millionengewinne, während Anwohner mit Staub, Lärm und Verlusten leben. Trotz Ambitionen der EU deckt Kohle in Bosnien-Herzegowina noch immer über die Hälfte des Energiebedarfs. Selbst der Staat fördert weiter.

    Ein grauer Schleier aus Kohlenstaub liegt über den Wiesen von Fajtovici im Nordwesten Bosniens. Lastwagen donnern im Minutentakt durch den Ort – beladen mit Kohle, Millionen wert. Bauer Enes Tatalović streicht über sein Heu. Es ist grau verfärbt, kaum noch brauchbar für seine Kühe. Die Mine rückt immer näher an seine Felder heran. Unter seinen Füßen liegt eines der größten Kohlevorkommen Europas.

    Noch immer gewinnt Bosnien-Herzegowina mehr als 50 Prozent seiner Energie aus Kohle – und das, obwohl das Land in die Europäische Union strebt, wo längst der Ausstieg aus fossilen Energien beschlossen ist. Die Kohle ist Fluch und Segen zugleich: Einer der wenigen natürlichen Reichtümer, aber oft gefördert auf Kosten von Mensch und Umwelt. In der Mine bei Fajtovici sicherte sich nach dem Bosnienkrieg der undurchsichtige bosnisch-serbisch-kroatische Konzern Lager die Abbaurechte für Jahrzehnte. Zweistellige Millionengewinne stehen einer wachsenden Belastung für Anwohnende und Landschaft gegenüber. Auch im Tagebau Sikulje nahe Tuzla läuft der Betrieb ungebremst weiter – hier fördert der Staat selbst.

    Der Transport wirkt wie aus einer anderen Zeit: Über 80 Jahre alte Dampflokomotiven aus deutscher Produktion rangieren die Kohlezüge – Relikte des Zweiten Weltkriegs, einst bei der Eroberung Jugoslawiens und für die Ostfront im Einsatz. Für Lokführer Mamut Osmanović sind sie mehr als Maschinen: „Diese Lokomotiven waren alles in meinem Leben, ich habe damit meine Rente verdient; dank ihr konnte ich meine Kinder ausbilden lassen, mein Haus finanzieren.“

    Ein Film von Ingolf Gritschneder. Produziert von Falke und Kater für MDR/Arte.
    2026. Arte Re. 31 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (MDR): Ulrike Biehounek, Bettina Rudolph.

  • Rettung für Georgiens Riesenstaudamm

    Rettung für Georgiens Riesenstaudamm

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    Der zu Sowjetzeiten gebaute Enguri-Staudamm ist das größte Bauwerk im Kaukasus – errichtet inmitten einer seismisch aktiven Zone. Eine ingenieurtechnische Meisterleistung, von der Georgiens Energiesicherheit abhängt. Doch der Damm hat ein kritisches Alter erreicht. Die Geophysikerin Birgit Müller und ihr Team haben Überwachungsmethoden entwickelt, um Gefahren früh zu erkennen.

    Mitten in der Nacht, im Kaukasus: Die deutsche Geophysikerin Birgit Müller steigt aus dem Auto. Die Luft ist feucht, der Regen hat die Straßen aufgeweicht. Ankunft in Georgien für den vorerst letzten Forschungsaufenthalt. Vor ihr erhebt sich die „Lady Enguri“ – eine gigantische Staumauer, eine der größten der Welt. Seit fast fünfzig Jahren hält sie Millionen Tonnen Wasser zurück. Doch die Zeit arbeitet gegen sie. Materialermüdung, Erosion, Sedimente – die Risiken wachsen. Ein Bruch wäre eine Katastrophe für die Dörfer unterhalb der Staumauer. Und für die Energieversorgung, denn fast die Hälfte des Stroms für Georgien wird hier produziert.

    Birgit Müller und ihr Team haben im Forschungsprojekt DAMAST Methoden entwickelt, um frühzeitig Gefahren für den Damm zu erkennen. Eine wichtige Arbeit. Nicht nur hier, sondern weltweit stellen alternde Staudämme ein wachsendes Risiko dar. Hinzu kommt die politische Lage: Seit der Abspaltung Abchasiens in den 1990er Jahren steht der Damm auf georgischer Seite, das Kraftwerk jedoch in der von Russland kontrollierten selbst ernannten Republik Abchasien. Levan Mebonia, Direktor der staatlichen Betreiberfirma, muss in diesem Spannungsfeld für die Zusammenarbeit beider Seiten sorgen.

    Für die Forschenden um Birgit Müller ist es vielleicht die letzte Gelegenheit, gemeinsam mit Georgien am Damm zu arbeiten. Aufgrund der Spannungen zwischen der EU und dem Kaukasusstaat hat Deutschland Kooperationen mit dem Land ausgesetzt. Das Wissen soll jedoch weitergegeben werden. In einer Summer School sollen Erkenntnisse geteilt werden.

    Ein Film von Katrin Molnár und Salome Meskhi Sanikidze. Produziert von Marcus Wilhelm (TopTenTV) für MDR/Arte.
    2025. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: Lino Hesper. Schnitt: Jörg R. Müller. Redaktion (MDR): Ulrike Biehounek, Bettina Rudolph.

  • Ein Dorf kämpft um seine Post

    Ein Dorf kämpft um seine Post

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    Jeden Morgen verlässt Marko Sertić die Küstenstadt Senj und fährt tief ins Velebit-Gebirge: Zur Poststation des Bergdorfes Krasno. Ohne ihn läuft hier nichts. Nicht nur Post- und Geldgeschäfte laufen über Markos Schalter: Es ist der Dorftreff. Probleme mit dem Handy? Die Medikamente gehen zur Neige? Man braucht etwas aus der Stadt? Auf zu Marko. Der fünfzigjährige hilft, wo er kann. Mitterweile können sie sich hier kein Krasno ohne ihn vorstellen.
    Doch Markos Arbeitgeber, die Kroatische Post, muss schauen, welche Poststellen sich finanziell überhaupt noch lohnen. Vieles kann man online erledigen – wozu also weiterhin kleine Poststellen betreiben? Doch die Bewohner von Krasno halten zusammen: Sie kümmern sich gut um ihren Marko und ihre Poststelle. Für sie sind beide unverzichtbar.

    Ein Film von Katrin Molnár und Tom Lienekampf. Produziert von Falke & Kater für den MDR.
    2025. Heute im Osten. 15 Minuten.
    Kamera: Johannes Bünger. Ton: Frederik Tengelmann. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion: Manuela Hintzsche.

  • Spurensucher in Nazi-Bunkern mitten in Polen

    Spurensucher in Nazi-Bunkern mitten in Polen

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    Łukasz Orlicki lebt den Traum vieler abenteuerlustiger Menschen: Der studierte Historiker ist hauptberuflich Entdecker und Mythenjäger in Polen. Legenden von Goldzügen, verschollenen Kunstschätzen, verborgene Tunnel und vergessene Minen gehören zu seinem Alltag. „Niederschlesien hat wirklich etwas Besonderes“, so Łukasz, „hier gibt es viele Geheimnisse, die oft mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun haben“.
    Sein wichtigster Begleiter ist Krzysztof Krzyżanowski. Tagsüber arbeitet er als Unternehmensberater, doch nach Feierabend wird auch er zum „Entdecker“. In der Redaktion des gleichnamigen Magazins ist er der Experte für Tunnel und Schächte: „Ich könnte vor dem Fernseher sitzen oder Rad fahren. Aber das, was ich mache, ist interessanter. Solche Orte zu finden macht Spaß!“
    Die beiden sind überzeugt: Geschichte muss lebendig bleiben. Ihre Suche nach den wahren Elementen von Mythen und Legenden teilen sie auch in den sozialen Medien, um so vor allem junge Menschen für das Abenteuer Vergangenheit zu begeistern. Viele Hinweise, denen sie nachgehen, kommen auch von ihren Lesern, meist Hobby-Schatzsucher. Manchmal seien es nur Märchen, so Łukasz, aber oft ist es gerade ihr „Um-die-Ecke-Denken, das Türen zu Geheimnissen oder Rätseln öffnen kann“.
    Der bisher größte Fund, mit dem Łukasz und sein Team sich auch über Polens Grenzen hinaus einen Namen gemacht haben: Die Grabstätten dreier Hochmeister des Deutschordens aus dem 14. Jahrhundert. Eine Sensation, der vielleicht schon bald eine weitere folgen könnte.

    Ein Film von Tom Lienekampf. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2025. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Ton: Josefine Graninger. Schnitt: Sven Emme. Redaktion (MDR): Victoria Vorbröker und Bettina Rudolph
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  • Mit Raketen gegen Hagelstürme

    Mit Raketen gegen Hagelstürme

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    Binnen Minuten verlor der bulgarische Beerenfarmer Nayden Petrov seine gesamte Ernte durch Hagelstürme. Zwar betreibt Bulgarien eine Hagelschutzbehörde, aber die Herausforderungen werden durch den Klimawandel immer größer. Jährlich müssen mehr Antihagel-Raketen in den Himmel geschossen werden. Die Piloten, die die Hagel-Wolken vom Flugzeug aus bearbeiten, kommen kaum noch hinterher.

    Als Nayden Petrov vor etwa zwanzig Jahren auf weniger als einem Hektar mit seiner Beerenfarm nahe Popowo im Nordosten Bulgariens begann, hieß es: Hagel ist hier so gut wie unbekannt. Das war ihm wichtig, denn Beeren sind besonders anfällig für Wetterextreme. Inzwischen hat sich das Familienunternehmen auf fast neunzig Hektar ausgeweitet und ist zu einem der größten Arbeitgeber der Region geworden.
    Doch ausgerechnet Hagel ist durch den Klimawandel zur größten Bedrohung geworden – nicht nur für Nayden und seine beiden Kinder Theo und Maya, die den Familienbetrieb übernehmen wollen, sondern auch für die bis zu dreihundert Saisonarbeiter, die auf der Beerenfarm fast ihr gesamtes Jahreseinkommen erwirtschaften.
    Die staatliche Hagelschutz-Behörde, die dem bulgarischen Landwirtschaftsministerium unterstellt ist, leistet mehr denn je. Obwohl sie stetig ihre Schutzgebiete erweitert und vergangenes Jahr mit über 13.000 abgeschossenen Antihagel-Raketen einen neuen Rekord aufgestellt hat, war das Ausmaß der Zerstörung durch Hagel 2024 so groß wie nie – sowohl auf den Feldern als auch an Häusern und Autos.
    Seit 2021 arbeitet die Behörde zudem mit einer Privatfirma zusammen, die die Hagelgefahren im gesamten Nordosten Bulgariens per Flugzeug abwehren soll. „Die Stürme werden immer stärker“, sagt Pilot Yordan Kolev. Anstatt die Hagelwolken mit mindestens zehn Kilometer Abstand zu umgehen, fliegt er fast täglich extrem nah an sie heran – und riskiert dabei sein Leben: „Wir müssen etwas zu essen haben und deshalb die Bauern schützen“, so Yordan und startet seine Maschine.

    Ein Film von Paul Tutsek und Katrin Molnár. Produziert von TutsekFilm für MDR/Arte.
    2025. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: Paul Tutsek, Miroslav Mihaylov. Schnitt: Zsuzsa Hunyadi. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph.

  • Rumäniens Psychiatrie der Hoffnung

    Rumäniens Psychiatrie der Hoffnung

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    Der Film begleitet den Psychologen Ciprian in einer neuen rumänischen Klinik. In der Gesellschaft gehören Vorurteile, Ausgrenzung und Stigmatisierung von psychisch und geistig Beeinträchtigten oft zum Alltag. Mit Kamera, Empathie und Kreativität schenkt er seinen Patientinnen und Patienten neue Perspektiven und gibt ihnen ein Stück Würde zurück. Der Film erzählt von Mut und Menschlichkeit im unterfinanzierten rumänischen Gesundheitssystem und zeigt, wie Hoffnung selbst an unerwarteten Orten aufblühen kann.
    Ciprian war vor sieben Jahren selbst Patient der psychiatrischen Klinik. Damals befand sich das Krankenhaus noch im alten Schloss. Heute leben die Patienten einem neuen Gebäude, dem ersten Neubau dieser Art in Rumänien, seit der Revolution. Der Umzug bringt Vor- und Nachteile mit sich: Die Bewohner müssen ihre Zimmer nicht mehr mit kleinen Öfen heizen, dafür gibt es aber keinen Schlossgarten mehr. Und noch immer mangelt es an Personal. Ciprian kümmert sich als einziger Psychologe um die Sorgen seiner Patienten.
    Viele von ihnen haben Traumata aus ihrer Kindheit. So auch Ferri und Savu. Savus Pflegefamilie missbrauchte ihn, dann wurde er von Kinderheim zu Kinderheim weitergereicht. Ferris Mutter verließ die Familie direkt nach seiner Geburt und sein Zwillingsbruder starb. Doch die Beiden haben einen Trost in ihrem Leben: Den Gesang.
    Ciprian will mit den wenigen Ressourcen, die er hat, ein Konzert organisieren. Feri und Savu sollen die Stars des Abends sein – und müssen nun proben, Fotos fürs Plakat machen und eine Playlist erstellen.

    Ein Film von Josefine Graninger und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2025. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph
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  • Die Nuklearfalle

    Die Nuklearfalle

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    Wie abhängig ist der Westen von russischem Uran? Und welche Rolle spielt der russische Staatskonzern Rosatom bei der weltweiten Renaissance der Atomkraft? „Die Nuklearfalle“ nimmt das Publikum mit auf eine Recherche tief in die Einflusssphären Russlands. Von der norddeutschen Provinz geht es in amerikanische Uranminen, zum besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine und auf eine russische AKW-Baustelle in der Türkei – zu politisch Verfolgten und Insidern des Systems Rosatom.
    Ein Schiff auf dem Weg von Sankt Petersburg in die USA hat technische Probleme und muss den Hafen in Rostock anlaufen. Die Behörden entdecken Birkenholz an Bord – und Uran. Das Holz wird beschlagnahmt, das Uran allerdings tritt die Weiterreise an. Anders als Birkenholz fällt Uran nicht unter Sanktionen. Während der Westen versucht, sich bei Öl und Gas von Russland abzukoppeln, geht der Uranhandel weiter. Die staatliche russische Atomenergiebehörde Rosatom ist ein undurchsichtiges Geflecht von Tochterfirmen, das weltweit daran arbeiten, Monopole und damit Abhängigkeiten zu schaffen. Vor allem durch den Verkauf von Uran und Brennstäben – auch für westliche Atomkraftwerke. Sich aus dieser langfristigen Abhängigkeit zu befreien, scheint schwierig zu sein. Seit Beginn des Kriegs mit der Ukraine haben sich die Gewinne, die Rosatom im Ausland erwirtschaftet, verdoppelt. „Putin hat schnell gemerkt, dass er westliche Staaten mit Uran viel besser an sich binden kann als mit Gas und Öl“, sagt ein ehemaliger Rosatom-Mitarbeiter. „Die Nuklearfalle“ schaut sich das System Rosatom genauer an. Wie schafft der russische Präsident Wladimir Putin über die Atomenergie neue Abhängigkeiten? Ist Rosatom ein Instrument in der hybriden Kriegsführung gegen den Westen? Und warum machen EU-Staaten auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine immer noch Geschäfte mit dem Kreml? Rosatom – ein mächtiges Instrument in Putins Händen, das inzwischen auch der EU und der NATO gefährlich werden kann.

    Ein Film von Johannes Bünger, Laura Schmitt und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2024. Arte Thema. 89 Minuten.
    Kamera: Johannes Bünger, Sven Emme und Tom Lienekampf. Schnitt: Sven Emme. Grafik und Animation: Sven Emme, Marc Wiebach und der 2SPOT Filmproduktion. Redaktion (MDR): Bettina Rudolph. Redaktion (Arte G.E.I.E): Philippe Muller. Mit Unterstützung von Ingolf Gritschneder.

  • Die Königin des Stierkampfes

    Die Königin des Stierkampfes

    Eine Arena, zwei Stiere und viele Männer, die begeistert grölen, wenn sich die Stiere im Kampf um ihr Territorium miteinander messen – das ist Korida, eine traditionelle Form des Stierkampfes auf dem Balkan. Sie erfährt vor allem in Bosnien-Herzegowina seit den Jugoslawien-Kriegen eine große Renaissance – ein archaisches Duell, das Menschen vereint, die in den Kriegen der 1990er Jahre gegeneinander gekämpft haben. Mittendrin: Mirjana Franković. Sie ist eine der wenigen Frauen in dieser von Männern dominierten Welt. Mit 15 kehrte sie aus Deutschland in die Heimat ihrer Eltern zurück. Seit 13 Jahren widmet sie ihr Leben der Korida. Doch der Weg in die Arena war alles andere als leicht. „Viele sagen, das sei nichts für Frauen.
    Aber ich mache es aus Leidenschaft.“, erklärt sie entschlossen. Stier Rocky ist Mirjanas treuester Begleiter. Als er ein halbes Jahr alt war, hat ihn auf der Weide ein Achthundert-Kilo-Stier angegriffen und so schwer verletzt, dass Rocky fast gestorben wäre. Doch Mirjana hat ihn Monate lang gesund gepflegt. Das hat die beiden zusammengeschweißt. Dass Mirjana aus Rocky einen Kampfstier machen könnte, hat niemand geglaubt. Heute zählt er nach nur acht Kämpfen zu den Favoriten. Mit Rocky will Mirjana ihren Durchbruch als Stiertrainerin schaffen: auf einer der größten Koridas des Landes. Dort möchte sie vor tausenden von Zuschauern ihren männlichen Kollegen beweisen, dass sie und Rocky nicht nur mithalten, sondern gewinnen können.

    Ein Film von Katrin Molnár und Vivien Pieper. Produziert von Autoren Pieper und Partner für MDR/Arte.
    2024. Arte Re. 30 Minuten.
    Kamera: André Krüger. Ton: Lucas Peuser. Schnitt: Imke Koseck. Redaktion (MDR): Ulrike Bihounek und Bettina Rudolph
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